Schweiz sagt “Nein” zu Olympischen Winterspielen 2022

Am Sonntag, den 3.3. hat sich der Schweizer Kanton Graubünden in einer Volksabstimmung gegen eine Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2022 ausgesprochen. Das hat nichts mit einer grundsätzlichen Ablehnung von Sportveranstaltungen oder der ursprünglichen Olympischen Idee zu tun. Das hat andere Gründe: Denn immer folgen auf eine erfolgreiche Bewerbung explodierende Kosten, Umweltzerstörung und die Abhängigkeit von den Knebelverträgen des IOC. Sogar der Münchner Oberbürgermeister hat bei der gescheiterten Münchner Bewerbung für 2018 bei den IOC-Verträgen von einer “Zumutung” gesprochen.

Wenn also sogar eine wintersportbegeisterte Nation wie die Schweiz aus guten Gründen Olympische Winterspiele in der heute praktizierten Form ablehnt, sollte sich München ein Beispiel daran nehmen und besser erst gar nicht weiter über eine Bewerbung nachdenken.

Es wird ja vorher immer erzählt, man könne sich als Ausrichter der Spiele 2 Wochen lang der Weltöffentlichkeit präsentieren und würde ganz toll für sich werben. Aber der hierbei immer beschworene touristische Langzeiteffekt ist absolut überschaubar. Wer weiß denn noch, wer die letzten 3 Austragungsorte für Olympische Winterspiele waren (Lösung am Ende des Artikels)? Und wer ist nach den Spielen deswegen tatsächlich dort hin gefahren und hat damit diesen angeblichen touristischen Langzeiteffekt in diesen Orten unterstützt? Eben. So würde es München oder Garmisch-Partenkirchen oder Ruhpolding auch gehen. Und die Menschen – auch vor Ort – haben am Ende nichts davon.

Außerdem ist Bayern heute schon ein Touristenmagnet. Aber nicht wegen neuer Biathlonstadien und Abfahrtspisten, sondern wegen der Schönheit seiner Landschaft und seiner historischen Sehenswürdigkeiten.

Es geht um etwas anderes: Es geht um´s Geld. So haben die Befürworter der Spiele in der Schweiz (offiziell) 5,6 Millionen Franken für die Werbeschlacht vor der Volksabstimmung zur Verfügung gehabt. Wer so viel investiert, will ein Vielfaches an Gewinn machen. Für sich natürlich – und nicht für die Bevölkerung. Die Gegner hatten übrigens gerade mal 76.000 Franken zur Verfügung. Gesiegt hat aber nicht das Geld, sondern die Vernunft. Sehr erfreulich.

Alles zu diesem Thema, zu Olympischen Spielen und zum IOC auf nolympia.de

Auflösung: Die Ausrichter letzten drei Olympischen Winterspiele waren: 2002: Salt Lake City, 2006: Turin, 2010: Vancouver.

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