Landwirtschaft 3: Wie die CSU den bäuerlichen Familien schadet und das Gegenteil erzählt

Heute bekommt jeder Landwirt oder jedes Unternehmen, das landwirtschaftliche Flächen bearbeitet, in Bayern 360 Euro pro Hektar an EU-Subventionen. Beispiel: Für 10 ha bekommt man 3.600 Euro, für 1.000 ha 360.000 Euro.

In Bayern sind es vor allem die kleinen und mittleren Betriebe, die schließen müssen, weil sie trotz der Subventionen von der Landwirtschaft nicht mehr leben können. Darauf hat die EU reagiert und lässt nun zu, dass 30% der EU-Zahlungen von den Mitgliedsstaaten dafür verwendet werden, die ersten ha jedes Betriebes stärker finanziell zu unterstützen. In Deutschland hieße das, dass jeder Landwirt für die ersten 50 ha mehr Geld bekäme. Ein Landwirt mit 10 ha Fläche bekäme dann nicht mehr 3.600 Euro, sondern ca. 5.350 Euro, ein Landwirt mit 50 ha (Durchschnittsgröße in Deutschland) bekäme statt 18.000 Euro dann 26.750 Euro. Dies würde vor allem den kleinen und mittleren Betrieben massiv helfen. Um dies umzusetzen, müssten bei den großen Agrarbetrieben ab einer bestimmten Höhe der Zahlungen (z.B. ab 350.000 Euro) die Zahlungen gekürzt werden.

Herr Seehofer sagte denn auch, er würde „sofort die EU-Direktzahlungen für kleine und mittlere Betriebe massiv erhöhen und für industrielle Betriebe massiv zusammenstreichen“. Muss er ja auch sagen, denn die CSU unterstützt ja angeblich die „bäuerlichen Familienbetriebe“. Also, wird man denken, bekommen die „bäuerlichen Familienbetriebe“ diese maximale Umschichtung, also werden 30% der Subventionen zukünftig für die ersten 50 ha verwendet.

Weit gefehlt: Um den großen Agrarbetrieben nicht zu schaden, hat die Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner (CSU) beschlossen, gerade mal 5% statt der möglichen 30% der EU-Zahlungen auf diese Weise zu verwenden. Statt also umgerechnet jedem Betrieb für die ersten 50 ha 175 Euro pro ha zusätzlich zukommen zu lassen, will die CSU lediglich für die ersten 15 ha 50 Euro und 30 Euro für die nächsten 15 ha umschichten. Auf diese Weise schadet man den großen Agrarbetrieben nicht und unterstützt damit den Niedergang der „bäuerlichen Familienbetriebe“, die meist wesentlich umwelt-, natur- und bodenschonender arbeiten als die riesigen Agrarbetriebe und die unsere Kulturlandschaft prägen. Aber das interessiert die CSU alles nicht. Sie redet weiterhin von der „Unterstützung der bäuerlichen Familien“ und macht genau das Gegenteil. Bleibt zu hoffen, dass unsere Landwirte nicht weiter auf dieses Gerede hereinfallen.

Verwandte Artikel

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren


* Pflichtfeld