Gründe für die Energiewende 2: Wirtschaftliche Effekte

Bei der Diskussion über die Energiewende werden die immensen wirtschaftlichen Effekte regelmäßig vergessen.

Die Unternehmensberatung Roland Berger hat errechnet, dass im Jahr 2010 alleine in Deutschland bereits ein potentielles Marktvolumen von 282 Milliarden Euro vorhanden war. Dass dies nicht ausgeschöpft wurde, lag alleine an der nicht vorhandenen Umsetzung der Energiewende durch Bundesregierung und bayerischer Staatsregierung. Immerhin machten deutsche Unternehmen im Jahr 2012 im Bereich der Erneuerbaren Energien einen Umsatz von über 20 Milliarden Euro.

Ungeachtet der schleppenden und durch die beiden genannten Regierungen nicht konsequent vorangetriebenen bzw. mittlerweile sogar blockierten Energiewende gab es in Deutschland im Jahr 2012 im Bereich der Erneuerbaren Energien bereits 378.000 Arbeitsplätze (im Jahr 1998 waren es erst 67.000). Die meisten Arbeitsplätze in diesem Bereich hat übrigens Bayern mit 66.500. Es handelt sich also um einen Jobmotor.

Ein weiterer ökonomischer Aspekt ist, dass die so genannte „Wertschöpfung“ vor Ort bleibt. Im Jahr 2013 werden fossile Energieträger (Gas, Kohle, Uran, Öl) im Wert von 100 Milliarden Euro importiert, um unsere Kraftwerke zu befeuern. Diese Kosten zahlen wir mit unseren Energierechnungen mit. Bei den Erneuerbaren Energien, wenn sie dezentral eingesetzt werden, bleibt das Geld vor Ort (und wir müssen nichts importieren, denn Wind, Sonne, Wasser oder Erdwärme haben wir und die kosten nichts). Wir bezahlen dann z.B. an unsere Kommune, die Windräder oder Geothermie betreibt. Dieses Geld kann dann auch vor Ort eingesetzt werden. Oder wir bekommen selbst Geld durch eine eigene Photovoltaikanlage oder die Beteiligung an einem Windrad (dazu muss man übrigens nicht reich sein, es gibt Beteiligungen bereits ab 500 Euro). Diese Geldanlage ist sicher, denn Strom wird immer gebraucht.

Trotz dieser Argumente bremsen die Bundesregierung wie die bayerische Staatsregierung die Energiewende derzeit massiv aus. Sie wollen das EEG abwürgen (Altmeier und Rösler) oder für Windräder solche Mindestabstände vorschreiben (Seehofer), dass in Bayern so gut wie keine Windräder mehr errichtet werden können und gleichzeitig die Atomkraft wieder hochfahren (auch Seehofer – Atomkraftwerk Gundremmingen). Also diejenigen Parteien, die immer von „Wachstum“ und „Arbeitsplätzen“ reden. Sie wollen offenbar, dass es in diesem sinnvollen Bereich kein „Wachstum“ gibt, dass unser Geld nicht vor Ort bleibt, sondern ins Ausland fließt und ein Jobmotor abgewürgt wird. Das steht in krassem Widerspruch zu allem, was derzeit im Wahlkampf von diesen Parteien erzählt wird.

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