Vortrag: Auswirkungen unserer Ernährungsweise auf Klima und Umwelt

Donnerstag, 28. Oktober 2021, 19:00 UhrBis 28.10.2021 21:00 Uhr

Münchner Zukunftssalon, Waltherstr. 29, Rückgebäude, 2. OG, und Online-Streaming

Unsere „europäische“ Ernährungsweise hat viele, erheblich negative Auswirkungen auch auf Umwelt, Natur, Klima – und damit auf unsere Lebensgrundlagen. Und diese nicht nur hier bei uns, sondern weltweit: Wir beziehen unsere Lebens- und deren Produktionsmittel aus der ganzen Welt, auch solche, die wir bei uns produzieren könn(t)en. Nur weil es billiger ist; ohne Rücksicht auf Klimaauswirkungen und die Produktionsumstände vor Ort – etwa bei der Palmölproduktion in Südost-Asien oder dem Anbau von (gentechnisch verändertem) Soja in Südamerika: Schon dort kommt es zu massiven Naturzerstörungen mit Klima-Folgen und der Vernichtung der Artenvielfalt.

Dazu verschiedene Konkurrenzen zwischen Lebensmittelproduktion und Energiepflanzenanbau, die Jagd der (Hedgefonds-) Investoren nach landwirtschaftlichem Boden und die industrielle, chemie-basierte Landwirtschaft insbesondere bei uns. Für unseren hohen Fleischkonsum züchten und mästen wir Milliarden Tiere unter fragwürdigen Umständen, weite Transportwege von Tieren (Mutterkühe nach Nord-Afrika) oder Tierprodukten (Schweine nach China) belasten das Klima. Die Art, wie wir agrarische Lebensmittel erzeugen, bedeutet Verschärfung der Klimakrise aufgrund erheblichster Treibhausgas-Emissionen aus Kohlendioxid und Lachgas.

Zwar hat die Bundesregierung eine „Zukunfts-Kommission Landwirtschaft“ eingerichtet, in der neben Wissenschaftler*innen selbstverständlich auch der Deutsche Bauernverband, aber auch Umwelt-Verbände wie der BUND vertreten sind – aber deren Ergebnisse abzuwarten, scheinen nicht ihr so wichtig: Auf Basis der neuen Verhandlungen der EU hat die Bundesregierung eine neue Aufteilung der milliardenschweren Subventionen zugunsten Landwirtschaft und Lebensmittel-verarbeitende Unternehmen beschlossen: Von den 6,2 Milliarden Euro jährlich, die 2022 bis 2029 für Agrarsubventionen seitens der EU in Deutschland zur Verfügung stehen, sollen (in einer „Lernphase“) ab 2023 bis 25% für „Umweltdienstleitungen“ (Brachen, Gehölzstreifen, Dauergrünland, tierfreundlichere Ställe, ökologischen Landbau…) genutzt, statt nach Flächen-Größe ausgeschüttet zu werden – der Bauernverband hat schon protestiert.

Doch das dürfte bestenfalls ein erster Schritt zum (angeblichen) „Systemwechsel“ sein:  Wie hoch sind die Klima- und Umweltbelastungen aus deutscher Landwirtschaft und Lebensmittel-Herstellung tatsächlich – und wie sollen sie verringert werden? Welche Öko-Beiträge leistet (welcher Teil) unserer heimischen Landwirtschaft heute? Wo bleibt die Verantwortung auch des Lebensmittel-(Einzel-) Handels? Was können wir als Verbraucher*innen bei unserer Ernährung selbst tun, um Klima und Umwelt zu schonen – auch in Bildung, Umwelt-Engagement, politischem Handeln?

Der Vortrag wird aufklären, nicht belehren; eine bestimmte, „allein selig-machende“ Ernährungsweise wird nicht präferiert: Nachhaltigere Ernährung bedeutet keinen Verlust an Genuss, nutzt aber allen.

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